RAMSTHAL

Danke, Melanie!

Intensiver als bisher schaut die Weinwelt ins Saaletal. Hinter dieser Aufmerksamkeit steht ein Name: Melanie Unsleber. Am Donnerstagabend endet die Regentschaft der Fränkischen Weinkönigin. Derweil überschlagen sich die Komplimente zum Wirken der sympathischen Ramsthalerin. Schade, dass die Weinkönigin nicht auf zwei Jahre gewählt wird, bedauern auch Würzburger. Einst war das so, jetzt muss eben nach einem Jahr abgedankt werden.

Viel Zeit, ihrer Würde nachzutrauen, hat Unsleber nicht. Die 25-Jährige steht jetzt bis zum Herbst als Deutsche Weinprinzessin stärker in der Pflicht.

In der großen weiten Welt zeigt Melanie Unsleber genauso Wirkung wie im Saaletal. Das Echo nach über 400 Terminen ist eindeutig: Elegant, zartfühlend, intelligent bei angenehmer Zurückhaltung und gut gewählten Reden, lautet die Summe der hinterlassenen Eindrücke. Immer habe sie ihre Heimat sympathisch ins Gespräch gebracht.

„Sie war eine Königin für alle“, bilanziert Matthias Büttner. Der Leiter der Vinothek der Gebietswinzergenossenschaft Franken in Hammelburg sieht einen bleibenden Effekt. „Mit ihrer ruhigen und gelassenen Art hat sie die Blicke auf sich gezogen, ohne als Superstar zu posieren,“ lobt der Winzermeister. „Das kam an.“

Anerkennung bringt es Unsleber auch, dass sie für das ganze Saaletal, alle Winzer und nicht nur für ihren Ort gesprochen habe. Dies schlage sich in verstärkten Besuchen von Weinmagazinen aus Deutschland und der Welt nieder. Die Region Hammelburg, Bad Kissingen, Ramsthal, Wirmsthal rücke so wohl dauerhaft stärker ins Bewusstsein. Die Winzerkollegen schauten zuversichtlich in die Zukunft, bringt Büttner die Stimmung auf den Punkt.

„Es kommen mehr Gäste nach Ramsthal“, gibt Bürgermeister Franz Büttner seinen Eindruck wieder. Es würden mehr Fremde in den Weinbergen spazieren gehen und immer wieder gebe es Anfragen nach dem Wohnhaus der Weinkönigin. „Sie ist eine wirklich wunderbare Botschafterin des Saaletales und des Frankenweines“, schwärmt Büttner. Regelmäßig gehen Autogrammwünsche ein. Eine aktuelle Anfrage via Internet aus der Schweiz leitete er gerne weiter.

Die Erinnerungen an das königliche Jahr werden in Ramsthal noch lange hochgehalten. „Die kann man gut noch zehn Jahre sehen“, sagt Büttner zu den Image-Schildern mit dem Bild von Melanie Unsleber an den Ortsseinfahrten. Auf solch langfristigen Effekt setzten viele unterfränkische Weinorte. Wie schon bei der Krönung vor einem Jahr, begleiten zahlreiche Ramsthaler Unsleber bei der Abdankung. Sie reisen mit einem Bus an.

„Sie war eine Königin für alle“
Matthias Büttner, Leiter der Genossenschaftsvinothek in Hammelburg

„Schade, dass ich dann nicht mehr so viel mit den Menschen zu tun haben werde, die mir im vergangenen Jahr ans Herz gewachsen sind“, bedauert Unsleber die bevorstehende Rückgabe der Krone. Ruhiger werden die kommenden Monate kaum. Als deutsche Weinprinzessin wird sie mehr in den anderen Anbaugebieten, in Norddeutschland und bis nach Kanda unterwegs sein.

Auf ihrem weiteren Lebensweg ist ihr der Dank des Saaletales gewiss. Ab Herbst möchte die studierte Betriebswirtschafterin ins Berufsleben starten oder einen Masterstudiengang anhängen.