Kitzingen

Hautnah an der Politik

Marlies Dumbsky   Foto: Felix Lantsch

Grüne Landwirtschaft ist ihr nicht fremd: Im elterlichen Familienbetrieb in Volkach wird Bio-Wein hergestellt. So gesehen bringt Marlies Dumbsky, die frühere Fränkische und 2008/2009 auch Deutsche Weinkönigin, schon einiges an Wissen für ihre neue Arbeit mit: Seit diesem Monat gehört die 30-Jährige zum Presseteam der Grünen im bayerischen Landtag. Als Pressereferentin vertritt sie eine Kollegin, die in Elternzeit gegangen ist. Dazu Fragen an die „grüne Winzertochter“.

Frage: Bringen Sie uns auf den aktuellen Stand: Wie ging es im Leben von Marlies Dumbsky nach der Zeit als Deutsche Weinkönigin weiter?

Marlies Dumbsky: Ich habe mein Bachelorstudium an der Universität Erfurt und mein Masterstudium an der Hochschule Mittweida beendet und war dann beim Bayerischen Fernsehen im Studio Würzburg als Videojournalistin unterwegs. Nebenbei habe ich als Moderatorin gearbeitet und meine Eltern auf dem Weingut in Volkach unterstützt.

War das Amt eine Art Türöffner? Wirkt die Zeit noch nach?

Dumbsky: Das Amt kann in bestimmten Situationen durchaus ein Türöffner sein. Viele der Kontakte, die ich während der Zeit als Weinkönigin geknüpft habe, bestehen auch heute noch. Ich freue mich, dass das Amt einen so guten Ruf genießt und dass ich auch nach sieben Jahren nicht in Vergessenheit geraten bin.

Wie sah die Arbeit in Würzburg beim Fernsehen aus?

Dumbsky: Ich war als Video-Journalistin im tagesaktuellen Geschehen beschäftigt. Das kann man sich als One-Woman-Show vorstellen: Die Kamera und ich alleine unterwegs in Unterfranken im Auftrag der BR-Redaktion, auf der Suche nach aktuellen Nachrichtenbildern für die 'Frankenschau aktuell' oder die 'Rundschau'. Auf jeden Fall ein sehr abwechslungsreicher Job, der mir viel Spaß gemacht hat!

Wie kam es jetzt zu der neuen Aufgabe als Pressereferentin?

Dumbsky: Über den herkömmlichen Weg: Ich habe die Ausschreibung gesehen, mich beworben und bin zum Vorstellungsgespräch nach München gefahren. Eine Woche später kam dann die Zusage.

Was interessiert Sie an Politik?

Dumbsky: Der Perspektivwechsel. Bisher habe ich das politische Geschehen aus einem ganz anderen Blickwinkel verfolgt, jetzt erlebe ich alles hautnah. Das ist auf jeden Fall reizvoll.

Was war die erste Aufgabe im neuen Job?

Dumbsky: Ich habe eine Pressemitteilung zum Thema Tierschutz verfasst. Eine sehr dankbare erste Aufgabe, da ich mit den Themen Landwirtschaft und Tierschutz eng verwoben bin.

Was steht als nächstes an?

Dumbsky: Die intensive Einarbeitung in das Tagesgeschehen der Fraktion. Vergangene Woche war durch die Winterklausur eher ein Ausnahmezustand für die Pressestelle. In Zukunft werde ich insbesondere für die Erstellung von elektronischen Pressemitteilungen zuständig sein.

Die drei wichtigsten Dinge, die ein Pressereferent einer Partei können muss?

Dumbsky: Zuhören, Informationen schnell verarbeiten und Themen geschickt setzen.

Wie lange läuft der Vertrag?

Dumbsky: Bis jetzt ist ein Jahr vorgesehen.

Ist ein Umzug nach München geplant?

Dumbsky: Das Pendeln von Würzburg nach München ist auf Dauer ganz schön anstrengend, deshalb suche ich gerade mit meinem Partner eine Wohnung in München. Allerdings ist der Wohnungsmarkt ziemlich überlaufen und wir freuen uns über jeden Hinweis und jede Empfehlung.

Dass ich jetzt in München bin . . .

Dumbsky: . . . ging unglaublich schnell.

Dass mein Jobwechsel in den Medien so viel Beachtung fand und beispielsweise auch der 'Süddeutschen Zeitung' einen größeren Artikel wert war. . .

Dumbsky: . . . hat mich sehr überrascht!

Dem Frankenwein bin ich natürlich weiter verbunden, indem ich . . .

Dumbsky: . . . meinen Eltern weiterhin zur Seite stehe, wenn sie mich im Weingut brauchen. Und ich sorge dafür, dass der Weinstrom nach München nicht abreißt.

Drei Sätze zum elterlichen Weingut?

Dumbsky: Das war immer mein Anker. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich nach Hause komme. Wenn man auf einem Weingut aufgewachsen ist, hat man eine gewisse Bodenständigkeit und sieht vieles aus anderen Augen – ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass sie mir Halt und Selbstständigkeit mit auf den Weg gegeben haben. Und natürlich weiß ich immer, wo ich guten Wein besorgen kann. Oft ein nicht zu unterschätzender Vorteil, gerade in München.

Was können Sie sich für die weitere Zukunft vorstellen?

Dumbsky: Abwarten! Ich lebe gerne im Jetzt und was die Zukunft bringt, wird sich zeigen.