BAMBERG

Mitten im Land der Biere: Das Weinfest in Bamberg

Bamberg ist bekannt für seine lange Biertradition. Wie kam der Wein in die Domstadt?   Foto: Holger Leue

Ein Weinfest in Bamberg? Das klingt zunächst widersprüchlich. In der ganzen Republik ist die oberfränkische Domstadt für seine jahrhundertealte Tradition des Bierbrauens bekannt und beliebt. Hunderttausende Touristen von nah und fern strömen jährlich in die Stadt an der Regnitz, um die große Vielfalt an Gerstensäften der elf familiengeführten Brauereien im Bamberger Stadtbereich und 60 Brauereien im umliegenden Land zu kosten.

Wie der Wein in die Bierstadt kam

Dass das Weltkulturerbe Bamberg auch eine Weinbautradition besitzt, die bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht, ist weniger bekannt – denn die Geschichte machte der Domstadt und seinen Weinen oft einen Strich durch die Rechnung. Säkularisation, Rebläuse und Rebkrankheiten wurden Ende des 19. Jahrhunderts zum Verhängnis für das Kloster St. Michaelsberg, dem größten Weinbergbesitzer der Stadt. Erst 2012 wurde die Tradition am Michaelsberg im Rahmen der Landesgartenschau wieder erweckt: Mit 4.500 extra angelegten Rebstöcken bekam Bamberg seinen Weinberg zurück. 

Bereits zwei Jahre zuvor rief die oberfränkische Stadt ein Weinfest ins Leben, in dem Winzer aus der Region den Besuchern ihre ausgewählten Rebensäfte präsentieren. Eines der neueren Highlights dabei, ist die Vorstellung des original "Bamberger Weins" – dem Silvaner QbA vom Bamberger Michaelsberg.  

Anpflanzen Bamberger Weinberg
Im Jahr 2009 wurden rund 4.500 Rebstöcke an Bambergs erstem Weinberg eingepflanzt.   Foto: Marcus Führer (dpa)

Fränkische Weinkultur vor historischer Kulisse

Vor historischer Kulisse auf dem Bamberger Maximiliansplatz (von Einheimischen kurz "Maxplatz" genannt), haben Liebhaber an fünf Tagen im Frühjahr die Möglichkeit, die ausgewählten Spezialitäten von vier regionalen Weingütern in geselliger Atmosphäre zu genießen und sich über die fränkische Weinkultur zu informieren. 

Rund um das im 18. Jahrhundert von Balthasar Neumann erbaute Barock-Rathaus, wird geschöppelt, geschunkelt und gefachsimpelt. Die typisch fränkische Küche stillt die hungrigen Mägen der Festbesucher und dient gleichermaßen als perfekte Grundlage zur Verköstigung der regionalen Weinvielfalt. Das musikalische Rahmenprogramm gestalten Bands aus sämtlichen Genres: Von Pop, Rock bis Schlager sorgen Lieder aus vielen Jahrzehnten für die vollkommene Weinseeligkeit bei den Festbesuchern.  

Das sollten Weinfestbesucher wissen 

Anfahrt: Für Gäste, die mit dem Auto fahren wollen, steht in unmittelbarer Nähe des Maximiliansplatzes die City-Altstadt-Tiefgarage zur Verfügung. Von hier aus laufen Sie circa sechs Minuten zum Weinfest. Alternativ kann die Tiefgarage Zentrum Nord/Georgendamm angefahren werden. Die Laufzeit beträgt hier rund acht Minuten zum Maximiliansplatz. Besucher, die den Zug bevorzugen, können ab dem Bahnhof Bamberg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Weinfest gelangen. 

Reservierung: Um das Weinfest stressfrei genießen zu können, haben Besucher die Möglichkeit, Plätze und Tische zu reservieren. Alle Informationen dazu, finden Sie hier

Hotels: Bambergs Bekanntheit geht weit über die Grenzen Bayerns hinaus: Der mittelalterliche Flair und die Bierkultur sind bei Touristen sehr beliebt, weswegen die Stadt eine große Vielfalt an Hotels und Pensionen bietet. Auf Portalen wie Booking.com oder bei der Stadt Bamberg selbst, können Sie sich einen Überblick verschaffen. 

Ein längerer Aufenthalt lohnt sich 

Für Besucher, die das erste mal die oberfränkische Domstadt besuchen, wird ein längerer Aufenthalt wärmstens empfohlen, denn in Bamberg gibt es einiges zu sehen. Wollen Sie die knapp Stadt 76.000-Einwohner-Stadt zu Fuß erkunden, wird zu einer der beliebten Stadtführungen geraten. Von "Fasziniation Weltkulturerbe" über Bierkultur bis hin zu Geisterwanderungen, bietet die Stadt großen und kleinen Gästen einen informativen und erlebnisreichen Ausflug in die mittelalterliche Geschichte hinter den Stadtmauern. 

Natürlich kommt auch das Thema Wein nicht zu kurz: Auf der Bamberger Wein-Tour erfahren Sie alles Wissenswerte rund um die Geschichte des Rebensafts in der Domstadt. 

Bamberger Rathaus
Wegen dem alten Rathaus mitten im Fluss, wird Bamberg auch "Klein Venedig" genannt.   Foto: Marcus_Führer (dpa)

Wollen Sie lieber auf eigene Faust losziehen, verpassen Sie auf keinen Fall das alte Rathaus, das auf einer künstlichen Insel gelegen ist und zu den wohl am meisten fotografierten Motiven in Bamberg zählt. Domplatz und Residenz sind ebenfalls Pflichtprogramm, genauso wie ein Ausflug auf die Altenburg. Besucher, die sich noch mehr über die Weinanbaugeschichte in der Stadt informieren wollen, empfehlen wir einen Abstecher zum Kloster St. Michael, in dessen Garten sich seit einigen Jahren wieder ein Weinberg befindet. 

TIPP: Sie wollen keine Termine, Bilder oder Videos der fränkischen Weinfeste mehr verpassen? Dann werden Sie Mitglied in unserer Facebook-Gruppe oder folgen Sie uns auf Instagram. Wir freuen uns auf Sie!