ZEIL AM MAIN

Historisches Ambiente: Das Weinfest in Zeil

Historisches Ambiente: Das Weinfest in Zeil am Main.   Foto: Stadt Zeil

Direkt am Main gelegen, fällt das mittelalterliche Fachwerkstädtchen Zeil am Main mit seiner 1000-jährigen Geschichte und seinem berühmten Weinfest nicht nur Weinkennern auf. Seit über 30 Jahren verwandelt sich die mittelalterliche Altstadt am ersten Augustwochenende zu einem Mekka für Liebhaber der fränkischen Geselligkeit.

Das Altstadt-Weinfest

Die Geschichte des Zeiler Weinbaus geht zurück bis ins 11. Jahrhundert und auch heute noch wird dieses Handwerk groß geschrieben: Die umliegenden Weinberge werden von zahlreichen Winzern betrieben, die ihren preisgekrönten Frankenwein weit über die Ortsgrenze hinaus vertreiben. Es heißt, der Zeiler Wein besäße einen einzigartigen Geschmack, dem besonders die Bamberger nicht widerstehen konnten. Schaut man sich die Auto-Kennzeichen vor den lokalen Weinstuben an, hat sich bis heute nichts daran geändert.

Am Weinfest-Wochenende säumen Weinbuden mit regionalen Köstlichkeiten die Gassen entlang der Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert bis hin zum Marktplatz mit seinem gotischen Rathaus und der barocken St. Michael-Kirche. Eine gute Möglichkeit für Besucher aus ganz Mainfranken das Jahrhunderte alte Handwerk der Zeiler Winzer geballt zu erleben.

Diese Mischung aus mittelalterlichem Flair und Frankenwein zieht seit 1985 jährlich bis zu 60.000 Besucher an. Aufgrund der Lage direkt am MainRadweg legen auch viele Touristen aus ganz Deutschland in Zeil am Main eine Pause ein, um die fränkische Weintradition hautnah erleben zu können. Und nicht nur das:  Ein längerer Aufenthalt in dem Weinstädtchen am Main eröffnet angereisten Gästen einen Blick in eine längst vergangene Welt.

So kommen Sie zum Fest

Wer nicht selbst mit dem Auto fahren möchte, dem steht an den drei Festtagen rund um die Uhr ein Taxi-Service zur Verfügung. Auch ein Großraumtaxi für bis zu sieben Personen kann genutzt werden. Reisen Sie mit der Bahn, können Sie die Regionalzüge über Schweinfurt oder Bamberg nehmen. Vom Zeiler Bahnhof bis in die Altstadt sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Zudem gibt es noch die Möglichkeiten mit dem Bus oder auf dem Schiff anzureisen.

Attraktionen neben dem Weinfest

Der wohl schaurigste Abschnitt der Zeiler Geschichte waren die großen Hexenverfolgungen und –verbrennungen im 17. Jahrhundert. Als Richtstätte des Hochstifts Bamberg wurde das kleine Städtchen zum Schauplatz von Folter und Gewalt. Um dieses dunkle Kapitel aufzuarbeiten und Besuchern zugänglich zu machen, wurde im historischen Stadtturm ein Dokumentationszentrum eröffnet. Dieses ist ein optimaler Startpunkt, um die Altstadt und ihre historischen Fachwerkgebäude zu entdecken.

Spaziergängern, Wanderern und Fahrradfahrern empfiehlt sich zudem ein Ausflug zum „Zeiler Käppele“. Hoch über der mittelalterlichen Altstadt gelegen, entwickelte sich die Kapelle aus dem 18. Jahrhundert zu einem vielbesuchten Wallfahrtsort.  Nicht weit entfernt vom Kappelenberg versteckt sich mitten im Wald die Ruine einer großen Burganlage, der einstigen Burg Schmachtenberg.

Das Zeiler Käppele erhebt sich hoch über der historischen Altstadt. Foto: René Ruprecht

Mit diesem Blick über das Maintal, lassen sich die angrenzenden Weinberge in ihrer vollen Pracht ausmachen. Hier sollte man sich eine Weinbergwanderung nicht entgehen lassen, die besonders im Herbst zu empfehlen ist. Auch Kinder kommen dabei auf ihre Kosten: zwischen den Rebstöcken verbergen sich kleine Geheimnisse, wie beispielsweise das lachende Haus. Mit den Kleinsten sind die Weinberge auch kein Problem, denn die Wege sind unkompliziert mit Kinderwagen zu bewältigen.