WÜRZBURG

Melanie Dietrich nun offiziell neue Fränkische Weinkönigin

Nachdem in diesem Jahr die Wahl zur Fränkischen Weinkönigin mangels Bewerberinnen ausfallen musste, ist die neue Amtsinhaberin am 21. März 2012 offiziell gekrönt worden. Sie weiß, dass ihr Lächeln strahlend ist. Sie selbst bezeichnet es sogar, ganz selbstbewusst, als „perfekt“. Melanie Dietrich, die neue Fränkische Weinkönigin, darf es in den nächsten zwölf Monaten auch nicht verlieren.

Sie will mit ihrer fröhlichen Art viele Menschen auf der ganzen Welt für den Wein ihrer fränkischen Heimat begeistern, beschreibt sie ihre Aufgabe. Wie das geht, das konnte sie bei ihrer Vorgängerin Sabine Ziegler sehen, die sich auf der Krönungsgala im Würzburger Vogel Convention Center mit einer launigen Rede und vielen Bildern aus ihrer Amtszeit verabschiedete.
Melanie Dietrich kleidete sich in königlich purpurfarbener Robe. Die 20-Jährige aus Fahr am Main wusste, dass sie am Ende der Gala die Krone auf ihrem Kopf tragen würde. Sie war die einzige Bewerberin. Das kam zuletzt 1996 bei Claudia Schmachtenberger aus Eibelstadt vor.

Dennoch wollte es der Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes, Artur Steinmann, ihr nicht zu einfach machen. Melanie Dietrich musste sich vor ihrer Inthronisation seinen Fragen und denen der vierköpfigen Jury stellen. Steinmann wollte von der Studentin der Mathematik und Physik zum Beispiel wissen, was sie einem Hamburger über die Rebsorte Müller-Thurgau erzählen würde.

Die anderen Jury-Mitglieder wie die ehemalige Fränkische und Deutsche Weinkönigin Nicole Then, Filmemacherin Hiltrud Reiter, Hermann Kolesch von der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau und Main-Post-Redakteur Herbert Kriener quetschten sie über die Themen „Architektur und Wein“ und sich ins Koma trinkende Jugendliche aus, aber auch darüber, warum in München Pfälzer Wein bekannter ist als der fränkische – oder wie man, wenn man als Weinkönigin im Stau steht, es aber sehr eilig hat, weil die Veranstaltung bald beginnt, einen Polizisten überzeugt, dass er einen mit Blaulicht dorthin eskortiert. Als Krönungswein schenkte Melanie Dietrich einen Volkacher Ratsherr Chardonnay Spätlese 2010 vom Familienweingut Braun aus. Er sei außergewöhnlich wie ihre Wahl und „Schluck für Schluck Sonnenschein“.

Damit es im nächsten Jahr wieder eine Wahl und nicht „nur“ eine Inthronisation gibt, wurden die anwesenden Weinprinzessinnen von Weinbaupräsident Steinmann und Sabine Ziegler ermuntert, sich für das Amt der Fränkischen Weinkönigin zu bewerben. Womöglich wird die Abschiedsrede Zieglers die eine oder andere dazu bewegen, 2013 ins Rennen zu gehen. Die sympathische Günterslebenerin beschrieb darin die vielen kleinen Münzen ihrer Amtszeit.

Wer sie aufzuheben weiß, sagte sie in Anlehnung an einen Spruch des französischen Schriftstellers Jean Anouilh, der hat bald ein kleines Vermögen. Und wer seine Arbeit als Fränkische Weinkönigin gut macht, der wird – wie es bei Sabine Ziegler der Fall war – von Artur Steinmann über die Maßen gelobt. Für Martin Weidinger, Korbballtrainer des 1.FC Fahr, ist jetzt schon klar, dass die sportliche Melanie Dietrich ihre Sache gut machen wird. Er hielt auf der Krönungsgala ein Tuch hoch, auf dem er das Korbball-Alphabet der „Königin Melli“ aufgemalt hat: K wie königlich, o wie originell, r wie redegewandt, b wie bezaubernd, b wie besonders, a wie attraktiv, l wie lebenslustig und l wie liebevoll.
Melanie