GÜNTERSLEBEN

Sabine Ziegler ist Frankens neue Weinkönigin

Die 56. Fränkische Weinkönigin heißt Sabine Ziegler und kommt aus Güntersleben. Als am späten Donnerstagnachmittag der Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes Artur Steinmann die Entscheidung der überwiegend männlichen Jury bekannt gibt, reißt die 23-jährige Lehramtsstudentin jubelnd die Arme in die Höhe. 900 Gäste im ausverkauften Würzburger Congress Centrum huldigen der neuen Weinhoheit mit herzlichem Beifall.

„Ich bin überwältigt und überglücklich. Danke an alle, die mich im Vorfeld unterstützt haben, vor allem an meine Familie“, sagt die zierliche junge Frau ins Mikrofon, nachdem sie die goldene Krone von ihrer Vorgängerin Melanie Unsleber ins lockige Haar gesteckt bekommen hat. Zu den ersten Gratulanten gehört der Bürgermeister von Güntersleben, Ernst Joßberger.

Mit Sabine Ziegler stellt der kleine Weinbauort erstmals in der über 60-jährigen Geschichte der Wahl die Fränkische Weinkönigin. Bei der Wahl 2004 hatte es ihre Cousine Andrea Ziegler in die Stichwahl geschafft. „Wir sind mächtig stolz auf dich!“ Ernst Joßberger, Bürgermeister von Güntersleben „Wir sind mächtig stolz auf dich“, tönt der Bürgermeister ins Mikrofon. Der Bürgermeister hat den Ortspfarrer mitgebracht, denn der soll nun im Ort die Glocken läuten lassen. 

Die Wahl war Auftakt zum Jubiläum 175 Jahre Fränkischer Weinbauverband. Vor der Wahl war Sabine Ziegler nicht als Favoritin gehandelt worden. Fachlich unterstützt worden war sie von Burkard Hessdörfer (Bürgerspital), Christian Will (Juliusspital) und ihrem Cousin Johannes Ziegler, der den Wein der neuen Königin kreierte, einen 2009 Weißer Burgunder Spätlese vom Weingut Bernhard Ziegler Güntersleben.

Bei der Befragung durch die ehemalige Deutsche Weinkönigin Nicole Then-Plannasch und BR-Moderator Axel Robert Müller zeigte sich Sabine Ziegler intelligent, charmant und eloquent mit dem nötigen Schuss Witz. Bei der Frage nach Flaschenformen und -farben fand sie die richtige Antwort in der fränkischen Qualitätspyramide, wusste, dass die EU den Weinbau auf Ackerflächen freigeben will, was die Steillagen bedrohe, und dass die fränkische Antwort auf den Sauvignon blanc eine Scheurebe sein kann. So eroberte sie die Herzen der Jurymitglieder auf Anhieb und siegte im ersten Wahlgang.

Mit Blumen und Geschenken verabschiedete Steinmann die anderen drei Kandidatinnen, jede auf ihre Art eine Persönlichkeit: die schlagfertige Verena Meister aus Sulzfeld, die souveräne Ann-Kathrin Gerhard aus Retzstadt und die bodenständige und herzliche Winzertochter Carina Schwab aus Oberschwarzach.

Langen Beifall gab es für Melanie Unsleber zum Abschied „vom schönsten Jahr ihres Lebens“. „Von heute an bin ich eine reiche Frau mit sehr vielen schönen Erinnerungen“, sagte die 24-jährige sympathische Blonde aus Ramsthal. Sie berichtete von ihren Erlebnissen in ganz Deutschland und bei Reisen nach China, England, Luxemburg und Japan, wo sie das große Erdbeben miterlebt hat. „Dieses Erlebnis hat mich in besonderem Maße mit den Menschen in Japan verbunden und ich bin in Gedanken bei ihnen“, sagte die scheidende Königin unter großem Beifall.

Noch bis Oktober darf Melanie Unsleber das Amt der Deutschen Weinprinzessin ausüben. Herzlich dankte ihr Präsident Steinmann: Melanie Unsleber sei die Idealbesetzung gewesen, ein Glücksgriff für den fränkischen Weinbau. Zur Erinnerung überreichte er ihr eine Nachbildung der Krone in Gold.