Melanie Unsleber strahlt. Die 23-jährige Ramsthalerin mit den langen blonden Haaren will Fränkische Weinkönigin werden und bereitet sich derzeit auf die Wahl am 11. März vor, die im Bad Kissinger Regentenbau stattfindet. „Bis dahin gibt es noch viel zu tun.“
In ihrer vierjährigen Amtszeit als Weinprinzessin in Ramsthal habe sie sehr viele interessante Menschen kennengelernt und Gespräche geführt. Höhepunkt sei ein Besuch im Büro des damaligen Wirtschaftsministers Michael Glos in Berlin gewesen. Aber auch Bundespräsident Horst Köhler hat Unsleber schon getroffen – auf der Bundesgartenschau in Schwerin. Die vielen Termine auf Weinfesten oder auf verschiedenen Messen rund um den Wein haben viel Spaß gebracht, erzählt sie.
Die Aufgaben einer Weinprinzessin haben ihr auch für ihr Studium der Betriebswirtschaftslehre in Ingolstadt viel gebracht, „denn man lernt vor einem größeren Publikum frei zu sprechen, das zahlt sich bei Referaten an der Uni aus“. Klar sei, dass das Amt der Weinkönigin eine neue, noch größere Herausforderung darstellt. Etwa 320 Tage im Jahr sei man dann unterwegs im Dienste des Frankenweins. Tipps und Anregungen hat sie sich schon von der amtierenden Weinkönigin Anna Saum geholt, auch deren drei Vorgängerinnen hat sie kennengelernt.
„Wichtig ist eine gute Vorbereitung, denn man weiß nie, was die Jury für Fragen stellt.“ So führt Melanie Unsleber momentan viele Gespräche mit Winzern, um sich noch mehr in die Details der Weinherstellung einzuarbeiten. Außerdem wird sie in den nächsten Wochen ganz Franken bereisen, „damit ich die Sehenswürdigkeiten kennenlerne“.
Unterstützung bekommt Unsleber von ihrer Familie. Schon ihre ältere Schwester war vor einigen Jahren Weinprinzessin in Ramsthal gewesen und hatte für das Amt der Königin kandidiert. „Wenn Melanie es jetzt schaffen würde, wäre es natürlich ganz toll“, so ihre Mutter.
Über die Weinlese weiß die schlanke 23-Jährige bestens bescheid, haben doch ihre Eltern einen eigenen Weinberg. Offen zu sein und auf Menschen zuzugehen, hat Unsleber bei einem Studienaufenthalt in Rio de Janeiro gelernt. „Dort habe ich auch meine Augen der Natur gegenüber geöffnet. Seitdem entdecke ich in meiner Heimat die schönsten Plätze“, sagt sie und schmunzelt.
Dass die Konkurrenz nicht schläft, ist ihr bewusst, „die anderen fünf Kandidatinnen bereiten sich natürlich auch bestens vor und sind kompetent“, so die Ramsthalerin. Trotzdem: „Ich werde versuchen, die Jury durch meine Natürlichkeit zu überzeugen.“ Ihre Stimme klingt fest.
Wenn es nicht klappen sollte – dann wäre sie zwar enttäuscht, aber es träte Plan B in Kraft. Vorteilhaft, dass Unsleber ihr Studium noch vor der Wahl mit der Bachelor-Arbeit abschließt. „Das ist zwar gerade stressig, aber ich schaffe es.“ Eine Power-Frau, so scheint es. Die später gerne in einem Unternehmen in der Personalentwicklung arbeiten würde.
Und die genau weiß, was sie will. „Ich werde bei der Wahl auf gar keinen Fall ein rotes Kleid tragen. In den vergangenen drei Jahren hat sich immer die Prinzessin mit dem roten Kleid die Krone geholt.“ Welche Farbe wird es dann? „Vielleicht Lila oder Grün oder Lachsfarben. Hauptsache ein Kleid, in dem ich mich wohlfühle.“
Trotzdem ist sie schon jetzt ein wenig aufgeregt: „Es hängt viel von der persönlichen Tagesform ab, wie man sich präsentiert.“ Diese aber wird am 11. März bestimmt hervorragend sein, nicht zuletzt, weil die Gemeinde Ramsthal einen Fan-Bus nach Bad Kissingen organisiert hat.