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„Unsere wahre Weinkönigin“

Triumphale Heimkehr: Katharina Reinhard, die Zweitplatzierte bei der Wahl zur Fränkischen Weinkönigin vom Donnerstagabend und Frickenhausens Bürgermeister Ludwig Hofmann.
© FOTO Steffen Standke

Es ist schon empfindlich kalt an diesem Abend vor dem Frickenhäuser Stadttor. Dennoch scheint der halbe Ort auf den Beinen zu sein. 100 Frickenhäuser haben sich auf dem Platz versammelt, alle mit erwartungsfrohen Gesichtern. Sie haben die frohe Botschaft von denen vernommen, die dabei waren: Ihre Katharina hat sich bei der Wahl zur Fränkischen Weinkönigin wacker geschlagen. Sie hat es bis in die Stichwahl geschafft und musste sich nur knapp geschlagen geben.

Doch den Frickenhäusern ist das egal: „Ob wir gewinnen oder verlieren, wir halten immer zusammen“, sagt eine Frau und meint damit, dass alle im Ort trotz des undankbaren zweiten Platzes unheimlich stolz sind auf ihre Katharina. Und das wollen sie ihr mit einem gebührenden Empfang zeigen.

Deswegen sind Abordnungen der örtlichen Vereine mit prächtigen Traditionsfahnen angetreten. Deswegen prangt über dem Stadttor in stolzen Lettern „Frickenhausen grüßt seine Katharina“. Deswegen halten die Menschen trotz der ungemütlichen Temperaturen aus.

Dann ist sie plötzlich mitten unter den Leuten: Katharina im grünen, schulterfreien Kleid, einer Krone im hochgestecktem Haar und einem Blumenstrauß im Arm. Sofort folgen Umarmungen, Glückwünsche: „Es ist so schön, dass ihr alle da seid“, entfährt es der Frickenhäuser Weinprinzessin.

Viel Zeit für weitere Worte ist nicht. Schon formiert sich die Schlosskapelle Erlach mit ihren Fackelträgern. Dahinter nehmen zwei Männer Katharina in die Mitte. Einer ist ihr Vater, der andere Bürgermeister Ludwig Hofmann.

Zwei Böllerschüsse zerreißen die Luft, die Kapelle beginnt zu spielen, der Zug setzt sich in Gang, die Frickenhäuser hintendrein. Das Weingut Meintzinger in der Ortsmitte ist das Ziel. In der dortigen Festhalle soll Katharinas Erfolg gebührend gefeiert werden.

Endlich im Warmen geht die Glückwunschorgie weiter. Die 20-Jährige schüttelt Hände und umarmt Gratulanten. So oft und so lange, dass sie nicht einmal Zeit hat, ihren Freund René zu begrüßen.

Dann tritt der Bürgermeister auf die Bühne. Er ist sehr traurig, dass Katharina nicht gewonnen hat. Aber er ist trotzdem stolz: „Du hast gekämpft, hast alles gegeben, hast deinen Eltern und dem Markt Frickenhausen viel Ehre gegeben.“ Besser als Katharina bei der Wahl hätte man sich nicht präsentieren können.

Katharina ist überwältigt: „Es hat super viel Spaß gemacht, zu zeigen, was Frickenhausen kann“, ruft sie dem Publikum im Saal zu. „Für uns bist und bleibst Du die Nummer Eins“ und „Du bist die Weinkönigin der Herzen“ tönt es von dort.

Einen besonderes Lob richtet die so Geschmeichelte an ihre Eltern: „Euch einfach nur Danke zu sagen, wäre zu plump.“ Ihr Vater ist Vorsitzender des örtlichen Winzervereins. Mit erhobenem Kopf sei sie nach der Wahl von der Bühne gegangen im Bewusstsein, alles gegeben zu haben.

Nach dem Empfang im Weingut Meintzinger gibt die Frickenhäuserin aber doch zu, dass sie nach der verlorenen Wahl etwas enttäuscht gewesen sei. Obwohl ihr eigentliches Ziel die Stichwahl war: „Alles andere ist dann Schicksal.“

Und auch wenn das Schicksal es offensichtlich nicht 100-prozentig gut mit ihr gemeint hat, ist sich Katharina Reinhard einer Sache sicher sein: nach dem fulminanten Empfang in ihrer Heimatgemeinde kann sie sich wie eine richtige Fränkische Weinkönigin fühlen.

•Mehr zur Wahl der Fränkischen Weinkönigin im Frankenteil.

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