UFFENHEIM

Kristin Langmann aus Uffenheim ist die Fränkische Weinkönigin 2015/16

Die neue Fränkische Weinkönigin heißt Kristin Langmann und kommt aus Uffenheim (Lkr. Neustadt/Aisch-Bad Windsheim). Erst einmal zuvor kam eine Fränkische Weinkönigin aus Mittelfranken und das war vor 18 Jahren.

Sechs Kandidatinnen stellten sich in der Frankenhalle in Erlenbach (Lkr. Miltenberg) der Wahl: Sarah Fröhlich aus Escherndorf, Laura-Sofie Dauenhauer aus Dettelbach, Kristin Langmann aus Uffenheim, Barbara Wohlfart aus Würzburg-Heidingsfeld, Lena Kram aus Sommerach und Katharina Scheufens aus Wiesenbronn. „Verdient hätten es alle“, sagte Artur Steinmann, Präsident des Fränkischen Weinbauverbands. Eine Jury mit 150 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Weinbau und Medien wählte nach einer fast fünfstündigen Fragerunde die 60. Fränkische Weinkönigin. Moderiert wurde die Gala von Ex-Weinkönigin Nicole Then-Pannasch und BR-Moderator Axel Robert Müller.

„Ich bin so dankbar, dass ich jetzt ein Jahr lang für den Frankenwein unterwegs sein darf“, freute sich Kristin Langmann nach der Wahl. „Heute geht bei uns in Bullenheim die Post ab!“ Mit ihrer fröhlichen, natürlichen Art überzeugte die dunkelhaarige junge Frau schon im ersten Wahlgang die Jury.

500 Gäste waren zur Wahl nach Erlenbach, eine der kleinsten Weinbaugemeinden in Churfranken, an den bayerischen Untermain gekommen – auch wenn keine Weinprinzessin von dort angetreten war. Jede Kandidatin durfte 36 Fans, Familie und Freunde mitbringen. Zusammen mit den Mitgliedern der Jury platzte die Frankenhalle aus allen Nähten.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedete sich Christin Ungemach von ihrem royalen Amt. Sie schwärmte von ihren Reisen nach Japan, Shanghai und Peking. „Man lernt unglaublich viel in diesem Jahr“, sagte sie. Die Weinbaustudentin aus Nordheim (Lkr. Kitzingen) punktete bei ihren Terminen mit viel Fachwissen. Einmal hatte sie bei einem Auftritt in Bayreuth ihre Krone vergessen, doch der Opa brachte sie schnell nach. Demnächst geht das „Nordheimer Vögelein“ zur Weinlese nach Kalifornien. „Ich strecke meine Flügel aus und weiß gleichzeitig noch, wo meine Wurzeln sind.“

Jede Kandidatin musste nach einem lockeren Vorstellungsgespräch drei Fragen beantworten: Welche Bedeutung hat der Boden für den Wein und die Winzer in Franken? Was ist die fränkische Qualitätspyramide? Braucht der Bocksbeutel ein neues Gesicht?

Sarah Fröhlich (21) aus Escherndorf machte den Anfang bei dem spannenden Wahlnachmittag. Die Aufregung war ihr anzuhören, denn ihre Stimme zitterte, als sie ihren Lieblingswein präsentierte, einen goldenen Muskateller aus dem Weingut ihres Vaters Michael Fröhlich. „Mein Name ist bei mir Programm“, erzählte sie im Vorfeld. Angeblich ist sie im Alter von drei Wochen mit Wein anstatt Wasser getauft worden.

Durchboxen wollte sich Laura-Sofie Dauenhauer (22) aus Dettelbach und hatte zum Müller-Thurgau auch einen Boxhandschuh mitgebracht. Im schlichten grünen Kleid stellte sie sich unverkrampft den Fragen der Jury. Mit ihrer natürlich-spritzigen Art sorgte sie für einige Lacher. „Auf eine einsame Insel würde ich auf jeden Fall Wein mitnehmen,“ sagte sie und lachte.

Kristin Langmann (22) aus Uffenheim begeisterte in ihrem knallroten Kleid und mit ihrer schlagfertigen Art sofort das Publikum. Auch ihre „Scheurebe der modernen Art“ mundete der Jury. „Die Scheurebe ist ein Meister der Küche und steht für Tradition. Dieser Wein tanzt uns auf der Zunge“, erzählte sie locker und ohne Scheu.

Mit dem Arm eines Skeletts als Glücksbringer wollte Barbara Wohlfart (24) aus Würzburg-Heidingsfeld punkten. Sie wäre die erste Würzburger Weinkönigin. Im grünen Kleid, die langen roten Haare mit einer Klammer noch hinten gebunden, plauderte sie selbstbewusst mit den Moderatoren. Die Fachfragen beantwortete die Physiotherapeutin souverän, schließlich arbeitet ihr Vater als Winzermeister im Würzburger Bürgerspital. Ein Grauburgunder ist ihr Favorit: „Diesen Wein trinken wir gerne im Weinberg und essen den Nusszopf meiner Oma dazu.“

Sie wirkt wie die Jüngste der Gruppe, ist aber mit 24 die älteste Bewerberin für die Krone: Lena Kram aus Sommerach liebt Musicals wie „Phantom der Oper“ und Michael Endes „Die unendliche Geschichte“. „Ich bin ich und ich brenne für den Frankenwein“, erzählte sie im Vorfeld. Die Sommeracher Weinprinzessin hat einen Silvaner mitgebracht. Ihre Antworten wirken ein wenig wie auswendig gelernt. Doch mit dem Satz: „Der fränkische Bocksbeutel ist männlich. Und versuchen sie mal einen Mann zu ändern“, erntet sie viele Lacher und Applaus.

Katharina Scheufens (19) kommt aus Wiesenbronn, der Rotweininsel im Steigerwald, und sie hatte daher als einzige Kandidatin einen Rotwein im Gepäck. „Es ist mein Lieblingswein, ein Wiesenbronner Spätburgunder“, schwärmt die Weinprinzessin, die sich mit Gardetanz fit hält. Ihr Glücksbringer ist ein Füllfederhalter, ein bisschen aufgeregt beantwortet sie die Fragen der Moderatoren.

Über 100 Tage im Jahr begleitet der Weinbaupräsident Artur Steinmann die Weinköniginnen. „Marion Wunderlich war ein richtiger Charmebolzen, Melanie Dietrich agierte wie eine richtige Königin, Sabine Ziegler überzeugte mit ihren ausgefeilten Grußworten“, erinnert er sich. Doch: „Jede Königin zieht ihre eigenen Schuhe an“, erklärte der Weinbaupräsident, der sich auf das Jahr mit Kristin Langmann freut.

Enttäuscht war Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt, der gehofft hatte, die Krone würde nach Würzburg gehen. Die Kitzinger Landrätin Tamara Bischof, aus deren Landkreis vier Bewerberinnen stammten, sagte: „Kristin Langmann hat einen klasse Auftritt hingelegt. Und die meisten ihrer Termine werden ohnehin im Landkreis Kitzingen stattfinden.“