Weinlagen haben ja mitunter kuriose Namen, und auch die Weinberge bei Obervolkach können einen solchen vorweisen; den Landsknecht.
Wenngleich der Name mehr an den 30-jährigen Krieg erinnert, so ist die Weinbau-Tradition in Obervolkach doch bedeutend älter. Schon im Jahre 906 wird der Weinbau in dem Ort erwähnt. Damals kam Obervolkach zum Kloster Fulda. Um 1100 wurde die Grafen von Castell Grundherren, später teilten sich das Hochstift Würzburg und das Kloster Ebrach die Ortschaft.
Ein Beleg der alten Obervolkacher Weinkultur ist in der Pfarrkirche zu besichtigen. Sie beherbergt eine Figur des heiligen Urban, des Schutzpatrons der Winzer. Die Holzskulptur ist etwa um 1500 entstanden.
Die Volksfrömmigkeit ist auch heute noch verbreitet. Bei der Flurbereinigung wurde 1968 in den "Landsknecht"-Weinbergen eine Muschelkalkstatue aufgestellt, die einen Kreuzschlepper darstellt.
In neuerer Zeit hat der Weinbau besonders seit der Weinbergs-Neuordnung ab 1966 wieder einen beachtlichen Aufstieg erfahren. Der größte Teil der 55 Hektar großen Rebfläche wird von Genossenschaftswinzern bearbeitet. Schon 1954 hatten sich Obervolkacher Winzer mit ihren Kollegen aus Astheim, Fahr, Untereisenheim und Volkach zur "Winzergenossenschaft Mainschleife" zusammengeschlossen, die 1959 der Gebiets-Winzergenossenschaft Franken (GWF) beitrat.
Quelle: Reinhard Worschech/
Bernhard Weisensee: Wein-
land Franken. 2. Auflage.
Würzburg, 1990.