Weinfest Homburg
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"Die jungen Weinmacher" und ihre Idee
„Vinum Kunigundea“ vom gemeindeeigenen Weinberg
Bullenheim (hes) Satte, rote Weintrauben hingen im Gemeindeweinberg des Marktes Ippesheim, der mit mehreren fleißigen Helfern gelesen wurde. Unter ihnen Marktgemeinderat Volker Lehrieder (im Bild), der zufrieden die vollen Eimer auskippt. Vor vier Jahren hat die Gemeinde die acht Ar große Fläche in der Lage Bullenheimer Paradies angelegt. Etwa 300 Rotweinstöcke der Sorte Regent, Portugieser, Domina, Dornfelder, sowie die hier eher seltenen Schwarzriesling und Blauer Zweigelt liefern seitdem den Gemeindewein mit dem wohlklingenden Namen „Vinum Kunigundae“. „Heuer gibt es den ersten richtigen Ertrag“, sagt Winzer Robert Kistner, der sich um die Reben kümmert. Mit einem Ertrag von etwa 700 Litern Wein rechnet er. Ein Drittel davon erhält der Markt Ippesheim als Pacht, der Rest kommt in den freien Verkauf. Bürgermeisterin Doris Klose-Violette vergibt den Vinum Kunigundae zu besonderen Anlässen als repräsentatives Geschenk. Der edle Tropfen wird als Cuvée ausgebaut, im letzten Jahr reichte es sogar zu einer Spätlese. Beim heurigen Jahrgang wurden je nach Sorte zwischen stolze 80 und 90 Oechslegrade gemessen.
© FOTO Helga Schneider
Gleich vier Winzerfamilien auf einen Termin zu versammeln, ist im Alltagsstress keine ganz leichte Aufgabe. Bei den "Jungen Weinmachern" in Markt Einersheim klappt die Absprache perfekt: Pünktlich zur vereinbarten Stunde rollen die Autos auf dem Weingut Gamm vor.

Die Zuverlässigkeit kommt nicht von ungefähr, arbeiten die vier Winzerfamilien Firnbach (Gasthof Rotes Ross), Gamm, Hegwein und Käufer doch schon seit fast fünf Jahren zusammen. Und "Die Jungen Weinmacher" sind beileibe nicht nur ein loser Werbeverbund. Seit 2001 produzieren die vier Winzerfamilien einen gemeinsamen Wein - den Cuvée "Der Speckfelder". Die Reminiszenz an die Burg Speckfeld zeigt sich schon auf dem Etikett, das eine mittelalterliche Ansicht der Burg zeigt.

Aus der Masse ragen

"Die Idee vom gemeinsamen Wein ist vor fünf Jahren ganz locker entstanden", berichtet Christian Lackner (Weingut Gamm). "Generationen vor uns haben immer nur ihr Eigenes gemacht, das wollten wir ändern." Und irgendwann kam dann auch der Gedanke an den gemeinsamen Wein auf. "Wir wollten innovativ sein, herausragen aus der Masse", sagt Christian Lackner. Im Jahr 2001 war schon der erste "Speckfelder" abgefüllt. Für die jungen Weinmacher hieß es nun abwarten: Wie würde der Wein ankommen?

Eventuelle Skepsis erwies sich schnell als unangebracht. Die braunen Bocksbeutel mit dem romantischen Etikett wurden von den Weingenießern in Markt Einersheim und Umgebung gut angenommen. Und auch die Gemeinde war froh, hatte sie doch jetzt ein repräsentatives Geschenk für offizielle Anlässe. Inzwischen ist der "Speckfelder" beinahe ein Selbstläufer. Mit dem Cuvée haben die Weinmacher frühzeitig auf den richtigen Trend gesetzt.

Der Erfolg machte den jungen Winzern Mut. Bald machten sie sich Gedanken über gemeinsame Aktionen. Als echter Hit hat sich so die "Kulinarische Weinprobe" im Rathaus erwiesen, zur der sich inzwischen überregional Gäste anmelden. Auch die regelmäßigen Weinbergs-Wanderungen finden guten Anklang. Nächstes Projekt ist die Ausschilderung der Wein-Wanderwege.

Die Zusammenarbeit hat unter den Winzern selbst eine Menge bewirkt. "Wir haben uns viel besser kennen gelernt", berichtet Karin Gamm. "Vorher kannte man sich zwar dem Namen nach, hatte aber sonst nichts weiter miteinander zu tun. Das hat sich völlig geändert."


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