Gleich vier Winzerfamilien auf einen Termin zu versammeln, ist im Alltagsstress keine ganz leichte Aufgabe. Bei den "Jungen Weinmachern" in Markt Einersheim klappt die Absprache perfekt: Pünktlich zur vereinbarten Stunde rollen die Autos auf dem Weingut Gamm vor.
Die Zuverlässigkeit kommt nicht von ungefähr, arbeiten die vier Winzerfamilien Firnbach (Gasthof Rotes Ross), Gamm, Hegwein und Käufer doch schon seit fast fünf Jahren zusammen. Und "Die Jungen Weinmacher" sind beileibe nicht nur ein loser Werbeverbund. Seit 2001 produzieren die vier Winzerfamilien einen gemeinsamen Wein - den Cuvée "Der Speckfelder". Die Reminiszenz an die Burg Speckfeld zeigt sich schon auf dem Etikett, das eine mittelalterliche Ansicht der Burg zeigt.
Aus der Masse ragen
"Die Idee vom gemeinsamen Wein ist vor fünf Jahren ganz locker entstanden", berichtet Christian Lackner (Weingut Gamm). "Generationen vor uns haben immer nur ihr Eigenes gemacht, das wollten wir ändern." Und irgendwann kam dann auch der Gedanke an den gemeinsamen Wein auf. "Wir wollten innovativ sein, herausragen aus der Masse", sagt Christian Lackner. Im Jahr 2001 war schon der erste "Speckfelder" abgefüllt. Für die jungen Weinmacher hieß es nun abwarten: Wie würde der Wein ankommen?
Eventuelle Skepsis erwies sich schnell als unangebracht. Die braunen Bocksbeutel mit dem romantischen Etikett wurden von den Weingenießern in Markt Einersheim und Umgebung gut angenommen. Und auch die Gemeinde war froh, hatte sie doch jetzt ein repräsentatives Geschenk für offizielle Anlässe. Inzwischen ist der "Speckfelder" beinahe ein Selbstläufer. Mit dem Cuvée haben die Weinmacher frühzeitig auf den richtigen Trend gesetzt.
Der Erfolg machte den jungen Winzern Mut. Bald machten sie sich Gedanken über gemeinsame Aktionen. Als echter Hit hat sich so die "Kulinarische Weinprobe" im Rathaus erwiesen, zur der sich inzwischen überregional Gäste anmelden. Auch die regelmäßigen Weinbergs-Wanderungen finden guten Anklang. Nächstes Projekt ist die Ausschilderung der Wein-Wanderwege.
Die Zusammenarbeit hat unter den Winzern selbst eine Menge bewirkt. "Wir haben uns viel besser kennen gelernt", berichtet Karin Gamm. "Vorher kannte man sich zwar dem Namen nach, hatte aber sonst nichts weiter miteinander zu tun. Das hat sich völlig geändert."