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Der Weinberg - der Kallmuth


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Wein vom Homburger Kallmuth ist nicht in aller Munde, aber in denen von Kennern und Freunden des typischen Frankenweins. Wer wissen möchte, wie ein fränkischer Sylvaner schmeckt, der kann nichts falsch machen, wenn er ein Glas vom Weingut des Fürsten Löwenstein verkostet. Dem Fürsten gehört der wesentliche Teil des Kallmuths, ein Weinberg, der sich wie ein Hohlspiegel um eine Biegung des Mains legt. Hier trifft der Muschelkalk Mainfrankens auf den Buntsandstein des Spessarts. Im Kallmuth überlagern sich die beiden Gesteinsschichten.

Diese in Deutschland einmalige Zusammensetzung des Bodens lässt einen unverwechselbaren Wein gedeihen, der Kennern auch eine weite Anreise wert ist. Fachmagazine stufen den Kallmuth als eine legendäre Lage unter den Weltklasse-Weingärten ein. Als etwa Weinpapst Hugh Johnson einmal den Kallmuth besuchte, hatte er nur zehn Minuten eingeplant. Johnson aber war so begeistert, dass er drei Stunden blieb.

Doch nicht nur bekannten Genussmenschen gilt der Wein, der am Kallmuth angebaut wird, als erstklassig. Selbst Kubas sozialistischer Staatspräsident Fidel Castro ließ sich schon von einer Deutschlandreise seiner Nichte edle Tropfen von dieser Weinlage mitbringen.

900 Jahre Weinbau am Homburger Kallmuth machen den Hang mit seinen extrem steilen Terrassenanlage, den man auf 260 Stufen überwinden kann, zu einer der bedeutendsten historischen Weinbergslagen Deutschlands. Wahrscheinlich ist der Weinbau dort aber noch viel älter; Schon die Römer sollen am Kallmuth ihre Reben gepflanzt haben.

Aber am Kallmuth gedeiht mehr als nur ein herausragender Wein: Seltene Pflanzen- und Tierarten haben in dieser einmaligen, mediterranen Lage ihre Heimat gefunden wie die Graslilie "Asphodill", das Zitronengewächs Diptam oder die Bergkronenwicke "Coronilla Coronata" sowie Orchideenarten wie das Zweiblatt. Seltene Tierarten sind das Randfleckwidderchen, ein Nachtfalter, oder die Zippammer, die entlang des oberen Weinbergweges brütet. Ein Teil des Steilhangs steht deshalb unter Naturschutz.

So ist der Homburger Kallmuth auch für Naturfreunde ein lohnendes Ziel, nicht zuletzt, weil man vom Weinberg aus prächtige Ausblicke auf das Winzerdorf Homburg mit seinem über dem Main thronenden Schloss und auf den nahen Spessart hat.

Und woher kommt überhaupt der Name Kallmuth? Er ist wohl eine Bezeichnung keltischen Ursprungs und bedeutet so viel wie "geschützter, herausgehobener Ort". Passender kann man es auch in der heutigen Zeit nicht sagen.

Online-Tipp

Alle Beiträge der Serie im Internet unter:
http://www.mainpost.de/specials/lebeninfranken/100gruendefuermainfranken/


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